280 Christen in Syrien verschleppt -

26.09.2012 10:31

Entführte griechisch-katholische Christen sollen in Schule nahe von Gousseh festgehalten werden - Lösegeldverhandlungen angekündigt

 

Vatikanstadt-Damaskus, 25.09.2012 (Kathpres/CBS)   In Syrien sind offenbar in den vergangenen zwei Tagen 280 Christen aus einem Dorf in der Provinz Homs von bewaffneten Truppen verschleppt worden. Am 25. September seien 130 Menschen aus Rableh "verschwunden", berichtet der vatikanische Missionspressedienst "Fides" unter Berufung auf örtliche Quellen.

 

Bereits am 24. September seien 150 Personen aus der Umgebung entführt worden. Bewaffnete hätten die Menschen, die auf den Feldern an der Apfelernte arbeiteten, in Kleinbussen und Pick-Ups weggebracht. Die Angehörigen der griechisch-katholischen Kirche würden in einer Schule nahe von Gousseh festgehalten; Frauen seien inzwischen freigelassen worden. Die Entführer hätten signalisiert, in Kürze über die Zahlung eines eventuellen Lösegelds verhandeln zu wollen.

 

Die Christen in Rableh seien verängstigt, nachdem am 24. September drei Leichen von Christen aufgetaucht seien, die in den vergangenen Tagen aus Saidnaya verschwunden waren, berichtet "Fides" weiter. Der Pressedienst zitiert einen örtlichen Priester mit der Vermutung, dass es sich nicht um eine gezielte Verfolgung der griechisch-katholischen Gläubigen handle, sondern ein "Manöver, das zur Verbreitung und Misstrauen und damit zu einem Konfessionskrieg" führen solle. Es seien "nicht identifizierbare und unkontrollierte bewaffnete Banden", die unabhängig von der Syrischen Befreiungsarmee agierten. Deshalb sei ein friedlicher Dialog schwierig, den etwa die örtliche "Musalaha"-Versöhnungsbewegung anstrebe. Laut "Fides" sind derzeit in Syrien rund 2.000 bewaffnete Gruppen aktiv, die nicht zur Syrischen Befreiungsarmee gehören.

 

Quelle: Katholische Presseagentur Kathpress, Wien/Österreich

Artikel-Recherche: CBS KULTUR INFO, Basel/Schweiz