"Bitte betet für uns" - Offensive der Rebellen seit Karfreitag verschärft Lage der Christen in Aleppo

05.04.2013 13:23

Mit großer Sorge lesen wir die jüngsten Berichte aus Aleppo. Seit Karfreitag haben die Rebellen mit einer Offensive begonnen - vor allem in den bisher von kurdischen Milizen kontrollierten Stadtvierteln wie Sheik Maqsood (-> siehe Stadtplan). In den kurdischen Stadtvierteln leben auch Christen und sie liegen an einem Hang, direkt oberhalb der christlichen Stadtviertel. Lesen Sie dazu den Bericht eines unserer Brüder aus Aleppo:  

 

"Liebe Brüder und Schwestern,

Grüße im Namen unseres Herrn. ... Die Situation wird schlimmer - in Aleppo im Allgemeinen und besonders in dem Gebiet um uns herum.

Die Syrische Lira wird immer schwächer, was das Preise immer unerschwinglicher macht.

Seit Freitag hat ein starker Kampf begonnen in Ashrafiyya und in Sheik Maqsood. Diese Gebiete sind direkt neben unserem. Dutzende christliche Familien haben Sheikh Maqsood verlassen, und weitere Dutezende sind immer noch dort in sehr schlechten Umständen. Wir hörten von Enthauptungen, Vergewaltigung christlicher Mädchen und der Zerstörung der einzigen Kirche in diesem Viertel - all das geschah, als die islamischen Kräfte am Freitag in dieses Gebiet eindrangen. Hunderte Kurdische Familien haben das Gebiet ebenfalls verlassen und natürlich haben auch unsere christlichen Brüder und Schwestern, die ursprünglich aus islamischem Hintergrund stammen, das Gebiet verlassen.

Wegen den Kämpfen in Ashrafiyya haben wir eine gemietete Wohnung verloren, die wir als Lager genutzt hatten. Die Opposition hat das ganz Gebäude - 3 Stockwerke - zerbombt.... Wir haben so etwa 10.000 USD verloren ...

Wir mussten den Karfreitags-Gottesdienst absagen wegen der Kämpfe und am Ostersonntag feierten wir morgens um 11 Uhr nur 40 Minuten lang Gottesdienst.

Die letzte Woche war voll von Granatenbeschuss, am Freitag-Mittag fiel eine Granate direkt vor dem Gebäude wo wir leben, eine Frau wurde getötet und einige Leute verletzt, einige Autos zerstört. Eine andere Granate fiel am Montag Morgen, Dutzende wurden verletzt, 2 kamen ums Leben.

Am Mittwoch, den 3. April, hatten wir 2 Stunden lang Strom nach 5 Tagen der Dunkelheit.

Und heute, hat ein Scharfschütze unsere Straße unter Beschuss genommen - es scheint aber, dass sie ihn am Nachmittag getötet haben.

Unser Büro, das von Fremden besetzt worden war, haben wir zurückbekommen, allerdings mit einigen Beschädigungen.

Ich denke, dass die Situation schlimmer werden wird und es auch in den Stadtvierteln zu harten Kämpfen kommen wird, wo bisher noch nicht direkt gekämpft wurde. Die christlichen Viertel liegen direkt in der Mitte dazwischen, was bedeutet, dass die Zeit der Rache gegen die Christen näher kommt - denn die islamischen Gruppen glauben, dass die Christen die Regierung unterstützt.

Was außerdem noch wichtig ist: Es gibt keinen sicheren Weg mehr, um die Stadt zu verlassen, besonders nicht für Christen, junge Männer, Pastoren und reiche Leute.

Gibt es auch noch gesegnete, gute Nachrichten? Ja!

Wir sind immer noch da, dankbar für den Schutz unseres Herrn. Es war ein Segen, dass wir die Möglichkeit hatten wieder Lebensmittel-Pakete an 60 Familien zu verteilen. Auch unsere Unterrichtsklassen können noch stattfinden und wir konnten den Teilnehmern auch ein Geschenk weitergeben. Und auch mit unserer kleinen improvisierten Klinik konnten wir vielen helfen, besonders durch die Ausgabe von Medikamenten. 

Bitte betet für uns !

..."