Ein offener Brief von den Kirchen in Syrien

10.10.2012 12:35

Brief eines leitenden Pastors aus Syrien - veröffentlicht von der evangelischen Allianz in England:

 

"Aus Syrien mit Liebe 

Lieber Freund,

mein Volk leidet ...

Es war ein sehr unerwarter Aufruhr. Nicht einmal in unseren wildesten Träumen konnten wir uns die Gewalt vorstellen, die jetzt durch unser Land fegt. Viele Jahre lang hatte Syrien Frieden und Stabilität inmitten des instabilen Mittleren Ostens. Wir waren ein sicherer Hafen für unsere Nachbarn. Wir nahmen Vertriebene und Flüchtlinge aus anderen Ländern auf - wie etwa aus Libanon, Irak, Sudan, und sogar von Somalia und anderen weit entfernten Gebieten. Jetzt hat die Gewalt das Volk der Gastgeber aus ihren Häusern getrieben, sie fliehen um ihr Leben. Viele sind innerhalb des Landes vertrieben worden und viele andere sind außer Landes geflohen und leben in äußerst beschämenden Umständen, beraubt selbst eines Unterschlupfs, frischen Wassers, Strom, Lebensmittel und medizinischer Versorgung. 

Millionen schlafen nicht mehr in ihren eigenen Betten, gewaltsam aus ihren Häusern vertrieben finden sie sich nun mit ihren Kindern heimatlos und in öffentlichen Parks oder in der Wildnis campierend wieder. Andere wissen nicht ob sie, ihre Kinder und ihre Lieben das Licht des neuen Tages sehen werden, Zehntausende Familien haben geliebte Menschen verloren: ein Kind, einen Vater, eine Mutter oder den Ehepartner. Hunderte Verwundete sind gestorben wegen mangelnder medizinischer Vesorgung. Tausende Kinder gehen zu Bett voller Schrecken vor dem Lärm von Granaten. Hunderttausende sind in Lagern in den benachbarten Ländern. Mein Volk leidet. Ich kann weinen wie Nehemiah, denn die Mauern unserer Städte sind verbrannt und die Menschen sind in großen Schwierigkeiten und Schande. Die einzige gute Nachricht ist, dass die Gemeinde mit ganzem Herzen vorangeht, um einigen der Leidenden zu helfen, und der Herr tut sicherlich Herzen auf, sein Evangelium zu empfangen.  

Wir danken Gott, denn die Gemeinde ist über das Land vereint im Gebet ...

Dank sei Gott, dass wir die Gemeinde des lebendigen Gottes sind. Wir sind hier in diesem Land in solch einer Zeit in der Geschichte nicht einfach um etwas zu beklagen - wenn auch auch das Klagen ohne Frage angebracht ist. Wir sind hier aus einem göttlichen Grund. Wir vertrauen und verlassen uns auf unseren souveränen, liebenden Herrn. Wir glauben, dass wir uns inmitten eines geistlichen Kampfes befinden. In diesem Land gibt es viele, die sehr viel stärker sind als wir: militärisch, politisch, wirtschaftlich und sozial. Aber keiner ist so stark wie wir, wenn es um den geistlichen Kampf geht. 

Wir danken Gott, dass die Gemeinde über das ganze Land hinweg 24 Stunden am Tag im Gebet vereint ist, sieben Tage die Woche. Wie beten, dass die Herrlichkeit Gottes in seiner Gemeinde wohnt, für ein Ende des Blutvergießens, für Frieden im Land, dass das treue Zeugnis der Kirche erhalten bleibt, zu den Leidenden zu gehen und die göttliche Heilung im Evanglium weiterzugeben, das Wort Gottes mutig auszusprechen. Jede verlorene Seele ist für uns ein ewiger Verlust. Wir beten, dass die bösen Mächte der Finsternis in unserem Land unterliegen werden, die Werte falscher Religion als das aufgedeckt werden, was sie sind, und dass sie verschmäht und abgelehnt werden. Und dass viele Seelen die Liebe und Vergebung Christi erkennen und in den Genuß seiner rettenden Gnade kommen.  ...

Während Rache, Gewalt und Hass die Götter sind, die angebetet werden, und die höchsten Güter in diesem dreckigen sektiererischen Kampf, säen wir durch die Gnade Gottes die Saat von Liebe und Vergebung. Die Gmeeinde ist aktiv in der Hilfsarbeit und versucht die Leidenden mit der Liebe Christi zu erreichen.

Es ist unser Kampf eine Gemeinde zu sein, die biblische Werte hochhält und ihren geistlichen Fokus behält, wo unsere Gemeinschaften tief gespalten sind zwischen verschiedenen Gruppen und politisch alles sehr polarisiert ist. Aber - im Vertrauen auf die Kraft Gottes im Heiligen Geist - wissen wir, dass wir mehr als Überwinder sind in ihm, der uns geliebt hat.

Wir haben uns dazu entschieden uns das Motto eines libanesischen Pastors zu eigen zu machen, der in der Hitze des Bürgerkrieges in seinem Lande lebte: "Unsere Loyalität gehört Christus, wir unterorden uns den Gesetzes unseres Landes, und unsere Liebe gilt allen."  Während wir sehen und spüren können, wie die bösen Mächte eine dunkle Wolke über unser Land ziehen und die Tür für das Licht der Hoffnung schließen, vertrauen wir immer noch unserem allmächtigen Gott "der uns allezeit im Siegeszug mit Christus einherführt". Wir sehen wir Finsternis die Erde bedeckt und Dunkel die Völker, aber der Herr geht über seine Gemeinde auf und seine Herrlichkeit erscheint über ihr.

Wir schätzen sehr die Gebet der Leute Gottes von überall. Es ist ein seltenes Erlebnis, dass die Kirche in Syrien die wahre Einheit des Leibes Christi über den ganzen Erdkreis fühlen kann. Dafür danken wir dem Herrn, denn es ist eine große Ermutigung für uns.

Bitte betet:

1. Für Frieden in Syrien und ein Ende des Blutvergießens. Für Gottes reiches Erbarmen für die leidenden Menschen.

2. Für Sicherheit und Bewahrung für die Kirchen und Weisheit und eine Vision for die Kirchenführer.

3. Für Ausrüstung der Kirche, dass sie die Leidenden erreichen kann, die göttliche Heilung des Evangelium zu teilen und das Wort des Herrn mutig auszusprechen.

4. Dass der Herr weise, gottesfürchtige Ratgeber sendet zu allen Entscheidungsträgern bei allen Parteien und Gruppen im Land."

 

Source: Evangelical Alliance UK

www.eauk.org/church/stories/an-open-letter-from-churches-in-syria.cfm?utm_source=feedburner&utm_medium=feed&utm_campaign=Feed%3A+eauk%2FnhZc+%28Evangelical+Alliance+Latest+Articles%29

(Article research by: CBS KULTUR INFO, Basel/Switzerland)