Eindrücke aus dem Libanon

30.11.2013 10:21

Kürzlich konnten wir im Libanon sein und uns über die aktuelle Lage informieren. Die Zahl der vom UNHCR registrierten Flüchtlinge aus Syrien liegt inzwischen bei 900.000. Weitere 60.000 Personen sind im Prozess der Registrierung. Dazu kommen weitere Syrer, die bei Verwandten im Libanon wohnen, ohne sich registriert zu haben. Wir erfuhren allerdings auch von Fällen, dass Syrer sich im Libanon registrieren ließen, danach aber wieder nach Syrien zurückkehrten. So lässt sich eine exakte Zahl der Flüchtlinge nur schwer angeben.   

Auch in unserem Internat für sozial benachteiligte Kinder in Anjar wurden wieder Flüchtlingskinder aus Syrien aufgenommen. Inzwischen hat etwa jedes dritte Kind dort syrische Staatsbürgerschaft. Im Gespräch mit Sozialarbeitern in Beirut wurde uns bestätigt, dass unser Internat ein hohes Ansehen genießt. Gerne würden die Sozialarbeiter in Beirut noch mehr Kinder zu uns schicken - der Platz wäre im Internat auch da - es ist aber zur Zeit sehr schwierig betroffene Familien davon zu überzeugen, dass ihre Kinder im Moment in einem Internat am besten aufgehoben wären. Nach all dem, was die Menschen erlebt haben und angesichts der unsicheren Zukunft, wollen viele ihre Kinder bei sich haben - selbst wenn sie sich nicht richtig um sie kümmern (können). 

Froh waren wir auch, einen Bekannten zu treffen, der erst kürzlich aus Aleppo ausreisen konnte und nun im Libanon ist. Er bedankte sich sehr für den Bau der Trinkwasserbrunnen in Aleppo: "Einige Zeit haben wir den Brunnen gar nicht genutzt. Dann aber fiel gleich für mehrere Tage die städtische Wasserversorgung ganz aus. Ich hatte Tränen in den Auge, weil ich sah, dass der Brunnen genau zur richtigen Zeit gekommen war. Wir hatten genug Wasser und konnten es von der Kirche an alle weitergeben. Vielen Dank für alle Verbundenheit und für eure treue Anteilnahme."