Gemeinde-übergreifendes Gebetstreffen in Aleppo - christliche Stadtviertel zunehmend bedroht

28.03.2013 17:34

Anlässlich des zweiten Jahrestages des Beginns des Aufstandes in Syrien trafen sich am 15. März mehr als 300 Personen aus verschiedenen Gemeinden der Stadt zu einem gemeinsamen Gebetstag. Der Ernst der Lage stand allen vor Augen, denn nur wenige Stunden vorher schlugen 3 Raketen in unmittelbarer Nähe der Kirche ein, wo das Gebetstreffen stattfand.

Seit Beginn des Krieges sind bereits rund 70.000 Menschen getötet worden. Mehr als 3 Millionen Menschen sind zu Flüchtlingen geworden. Ein großer Teil der Infrastruktur Syriens ist zerstört. Trotz mancher militärischer Fortschritte der Aufständischen und trotz einer teilweisen politischen Anerkennung der oppositionellen Nationalen Koalition als offizieller Vertreter Syriens (z.B. durch die arabische Liga) ist nicht zu erkennen, dass das Regime Assads das Feld räumen würde. Und viele im Westen haben Angst, dass bei einer etwaigen stärkeren militärischen Unterstützung der Aufständischen, die gelieferten Waffen in falsche Hände geraten könnten: Schon jetzt sind es die Islamisten, die über die stärkste Bewaffnung verfügen. Ihr Einfluss ist in den letzten Monaten gestiegen. Schon jetzt herrscht in einigen der von ihnen eroberten Gebieten das islamische Recht. Für die Zukunft wirft das manche Fragen auf.

In Aleppo versuchen in den letzten Tagen die Oppositionskräfte vermehrt, die christlich bevölkerten Viertel Aleppos zu stürmen. Bisher ist es ihnen allerdings nicht gelungen. So schießen sie weiter mit Mörsern und selbst hergestellten Raketen in die Viertel hinein. Der Bezirk "Midan" (oder "Nor Kouygh", wie die Armenier sagen), wo mehrheitlich Armenier wohnen ist bisher von der Armee noch gut geschützt. Mitglieder der armenischen Partei schützen zusätzlich Kirchen und Schulen. Die anderen beiden Bezirke "Suleymaniyeh" und "Azzizyeh" sind nicht so gut geschützt und bekommen mehr ab.

Unsere Geschwister dort machen sich Sorgen, was in den nächsten Tagen dort passieren wird und bitten deshalb besonders um unsere Gebete!