Hoffnung und Befürchtungen in Aleppo

13.11.2013 18:02

Vorgestern erhielten wir einen kurzen Bericht von einem Besuch in Aleppo. Er bestätigt, was wir von anderen in den letzten Tagen mehrfach aus Aleppo hörten, dass es einerseits durchaus Hoffnung gibt, da sich die Versorgungslage in Bezug auf bestimmte Dinge in Aleppo bessert. Andererseite gab es wieder mehrere Tage keinen Strom, was neue Befürchtungen aufkommen lässt. Hier einige Auszüge in freier Übersetzung:   

"... Heute Nacht kam ich von Aleppo nach Beirut zurück. Ich war vor einer Woche dorthin gegangen. Ich konnte auf einem sicheren Weg in die Stadt kommen, denn der Weg war unter Kontrolle der Regierungsarmee - aber natürlich war es nicht die Hauptstraße zwischen Homs und Aleppo, sondern es war eine kleine staubige Dorfstraße, auf der wir reisten.

Es sieht so aus, dass die Armee einige Fortschritte gemacht hat in Dörfern um die Stadt herum, aber in der Stadt ist die Situation immer noch die gleiche. Was sich verändert hat ist, dass es mehr Lebensmittel gibt als vorher, und auch mehr Treibstoff für Autos, zum Heizen und zum Kochen.  

Die meisten Menschen sind immer noch ohne Arbeitsstelle, es gibt immer noch wichtige Medikamente, die fehlen obwohl es viele Versprechen gab, dass diese Medizin auf dem Weg in die Stadt sei. Während der Woche, in der ich jetzt dort war, war das große Problem die Elektrizität. An den ersten beiden Tagen gab es täglich noch 2 Stunden Strom - und für den Rest der Zeit, bis ich wieder weg ging, gab es keinerlei Strom mehr, auch die Wasserversorgung funktonierte in dieser Zeit nicht mehr. Die Menschen haben auch Angst, dass evtl. wieder die Telefon- und Internetverbindung unterbrochen werden, falls die Situation so bleibt.

Die Dienste in unserer Kirche gehe weiter, aber mehr und mehr Menschen verlassen die Stadt entweder oder träumen davon, bzw. planen es. "