"Ich fühle mich manchmal müde" - Gebet für Pastoren in Aleppo

09.06.2013 15:43

Die Situation in Aleppo fordert gerade die Verantwortungsträger in den Kirchen und Gemeinden sehr. Sie sind deshalb sehr dankbar für alle Gebete und Zeichen der Ermutigung - wie auch aus dem folgenden Brief deutlich wird:  

Lieber Bruder ...,

ich habe sehr gerne das Schreiben beantwortet, ... denn ich bin sehr glücklich und ermutigt durch solche "Fremden", die uns eigentlich ja gar nicht kennen, aber so sehr an uns und unsere Gemeinde denken und für uns beten. Ich bekomme von älteren Leuten Nachrichten aus anderen Ländern in Europa und aus Amerika, und sogar von einer Familiein Uruguay, die mir SMS schicken. Davon können wir uns kein Brot oder Kleider kaufen, aber es stärkt unsere Hoffnung auf unseren HERRN.

Was die Wasserversorgung angeht, war es die letzte Zeit etwas besser - ich spreche natürlich nur von den Gebieten, die unter der Kontrolle der Regierung sind. Das Wasserproblem liegt vor allem an folgenden Punkten: 1. Der sehr heiße Sommer, den wir hier haben, mit 3 Monaten mit über 40 Grad. 2. Die (kriegsbedingt) Zerstörung der Hauptversorgungen für Elektrizität und Wasser.

Das das neue Wasserbauprojekt angeht, so ist das meiner Meinung nach sehr gut. Das Problem ist nur, dass die Entscheidungswege bei den anderen Beteiligten sehr lange sind, was viel Zeit braucht ...

Es scheint, dass bald der "Kampf um Aleppo" beginnt, was bedeutet, dass wir wirklich große Schwierigkeiten bekommen werden, was Wasser und Strom angeht. Wie auch immer: Die Preise, mit denen wir jetzt konfrontiert werden sind unglaublich, etwas, was wir so niemals zuvor erlebt haben. Wie du weißt, ist der Sommer hier normalerweise die Zeit des ganz günstigen Gemüses und billiger Früchte. Wir als Familie haben aber bisher noch keine gekauft. Und andere können es sich auch nicht leisten.

Ein anderes Problem ist für einige Christen ist, dass sie ihre Jobs verlassen müssen oder z.B. für die Lehrer, dass ihnen nun gesagt wurde, dass sie während der Sommerferien kein Gehalt bekommen werden.

Ich fühle mich manchmal müde von alle den tragischen Ereigsnisse, im eigenen Umfeld, in der Gemeinde, bei den Menschen ringsumher. Eine Familie aus meiner Gemeinde musste z.B. ihre Wohnung verlassen wegen der Kriegshandlungen, dann haben sie eine andere Wohnung gemietet - mussten aber auch diese verlassen, diesmal waren sogar noch alle Sachen in der Wohnung ... jetzt müssen sie wieder etwas neues suchen. Zur gleichen Zeit muss ich auf der Kanzel stehen und die Leute ermutigen, sie besuchen und versuchen, ihnen zu helfen mit diesem und jenem ...

Entschuldige, dass ich dir das alles so schreibe.... Möge der HERR dich reich segnen!

....

Bitte beten Sie mit für die Pastoren und Priester in Aleppo!