Interessante Fakten zur Situation in Aleppo

25.02.2013 17:43

Gerade hat uns einer unserer Kontakte in Aleppo eine interessante Faktensammlung zur Situation in Aleppo zukommen lassen. Die ausführliche Faktensammlung in englischer Originalversion stellen wir hier als pdf-version ins Internet:

Aleppo-Facts.pdf (42,2 kB)

Einige Themen, um die es beispielsweise geht, sind:

- Aleppo (Stadt und Provinz) / Wirtschaft:

Unter den etwa 4 Mio (Provinz: 6,5 Mio) Einwohnern sind ca. 10% christl. Bevölkerung. Das Hauptelektrizitätswerk (85 % des Stromes) wurde Nov./Dez. 2012 von der FreeSyrianArmy zerstört. Gas und Diesel kosten derzeit das 10-fache des normalen Preises, Treibstoff für Autos das 5-6fache ...

- Gesundheitssystem:  

Von den 20 staatlichen Hospitälern sind nur noch 4 in Betrieb - von den 134 privaten Kliniken nur noch 30. Auch die noch geöffneten Kliniken arbeiten nur mit 40-60% Kapazität. Großes Problem durch die unsichere Lage und die vielen Straßensperren ist die Zugänglichkeit der Kliniken und notwendige Krankentransporte (z.B. wenn geröngt werden muss, was nicht überall gemacht werden kann).  

- Bewaffnete Oppositionsgruppen / Rebellen / Terroristen etc.:

Insgesamt 38 verschiedene Gruppierungen, die die syrische Armee bekämpfen (Größe: von 45 Kämpfern bis zu 15.000 Kämpfern). Hohe Anteile aus ausländischen Kämpfern (am stärksten bei "Jabhat-al-Nasrah" mit über 90% Ausländern).

- Soziale Angelegenheiten und Probleme:

90 % der Arbeiter sind ohne Arbeit. Das Ersparte, von dem viele zunächst lebten, geht bei vielen mehr und mehr zur Neige. Ansteigen der Kriminalität.  

- Reise- und Transportmöglichkeiten:

Es gibt 3 Reisemöglichkeiten aus/in die Stadt: 1. Eisenbahn: funktioniert nicht, 2. Flughafen: wegen Kämpfen derzeit außern Betrieb, 3. Straßen: Sind noch nicht geschlossen, aber das Risiko von Entführungen etc. ist sehr hoch geworden. "Wir fühlen uns, als ob wir in einem großen Gefängnis wohnen ..."

- Wo stehen wir?

Man fühlt sich erinnert an die Bibelstellen in Richter 21,25 und 13,1). Viele Botschaften haben geschlossen, so dass es keine Visa gibt fürs Ausland. Viele (auch christliche Familien) gehen jetzt das Risko ein, sich von Schleppern ins Ausland bringen zu lassen, mit z.T. schlimmem Ausgang (viele aus dem Raum Qamishly/Hassake in Nordostsyrien). "Wir haben den Eindruck durch einen Tunnel zu gehen, wo wir das Licht am Ende nicht sehen können. Trotzdem haben unsere Leute noch Hoffnung ... Aber wielange das geht, weiß niemand."