Metropolit von Aleppo: Christen brauchen Unterstützung

12.02.2013 19:44

 

Metropolit von Aleppo: Christen brauchen Unterstützung

Mar Gregorios auf Deutschland-Besuch: Kritik an Baschar al-Assad, aber Ablehnung jeder bewaffneten Intervention

Berlin/Deutschland, 10.02.2013 (Kathpress)  Der syrisch-orthodoxe Metropolit von Aleppo, Mar Gregorios Youhanna Ibrahim, ruft bei seinem Deutschland-Besuch zur "moralischen und seelischen Unterstützung" der Christen in Syrien auf. Er übte Kritik an der Regierung von Präsident Baschar al-Assad, eine militärische Intervention lehnte er jedoch entschieden ab. Eine solche würde das Elend der Zivilbevölkerung nur verschlimmern.

...  Mit Oppositionsführer Ahmed Moas al-Khatib und dessen Verbündeten sei der Metropolit in Kontakt ... Moas al Khatib trete für Religionsfreiheit ein. Syrien brauche "eine neue konstruktive Verfassung, die allen Bevölkerungsgruppen gleiche Rechte garantiert und dem Präsidenten weniger Machtfülle gibt", sagte der Metropolit. Es komme also alles darauf an, eine Übereinstimmung zwischen Russland, dem Iran, Europa und den USA herzustellen, um die Kämpfe zu beenden.

 

Massenflucht aus Aleppo

Der Metropolit berichtete von einer Massenflucht seiner Kirchenmitglieder aus Aleppo: Ein Drittel, 50.000 von 150.000, hätten Syrien bereits verlassen. Sie hielten sich jetzt u.a. in Jordanien, im Libanon, im Irak, in der Türkei, aber auch in Europa auf. "Wir versuchen, die Verbliebenen von einer Flucht abzuhalten", sagte Mar Gregorios. Das sei nicht leicht, denn die Lage sei katastrophal: Es gebe keine Lebensmittel, keinen Strom, kein Benzin. Schulen, Krankenhäuser und ein Seniorenhaus seiner Kirche seien von Bomben beschädigt oder zerstört.

Von der Evangelischen Kirche  ... in Deutschland erhofft sich der syrisch-orthodoxe Metropolit hauptsächlich moralische Unterstützung. "Es ist wichtig, dass unsere Stimme außerhalb Syriens gehört wird", erklärte Mar Gregorios ... "Und die Christen in Syrien müssen spüren, dass sie moralisch und seelisch von außerhalb unterstützt werden - das wird sie zum Bleiben bewegen." Die syrisch-orthodoxe Kirche versuche in Zusammenarbeit mit dem Roten Kreuz/Roten Halbmond, die Not zu lindern. Mit Hilfe von Spenden aus Europa würden Lebensmittel und Hilfsgüter organisiert.

 

Quelle: Katholische Presseagentur Kathpress, Wien/Österreich

Artikel-Recherche: CBS KULTUR INFO, Basel/Schweiz