Rückblick auf die letzte Woche in Aleppo:

10.10.2012 11:29

Brief von Samstag, 06. Oktober:

"... Dank sei dem Herrn für eine weitere Woche, die wir leben durften und uns in der Gemeinde treffen konnten - insbesondere zu unserem monatlichen Fasten- und Gebetstag, der gestern stattfand.

Seit der sehr großen Explosion am Mittwoch-Morgen in Aleppo fühle ich mich traurig und niedergeschlagen. An genau diesem Ort war ich noch am Dienstag-Nachmittag mit meinem 13jährigen Sohn unterwegs gewesen. Wir waren herumspaziert, es war ein netter Tag voller Leben und ich habe etliche Fotos gemacht ... Ich wollte nach der Explosion dorthin gehen, aber es wurde noch gekämpft. Es ist verrückt: Es war nicht genug, dass sie 2500 kg Spengstoff geschickt haben, sondern sie schickten auch noch Kämpfer. Das ist wirklich verrückt.

Ich bin mit meinem Sohn dann am Donnerstagmorgen hingegangen, um zu sehen, wieviel zerstört wurde. Ich denke "schrecklich" (dreadful) ist das passende Wort, um die Szenerie zu beschreiben.

Noch mehr Granaten sind auf Gebäude, Straßen und Menschen gefallen, sie zerstören und töten.

Mehr Angst ist auch in unseren Herzen vor Fremden, die herkamen, um in unserem Gebiet zu leben ... Mehr Angst vor Autos, hunderte Kilogramm an Sprengstoff waren in einigen Autos vorbereitet, um am letzten Mittwoch genauso in die Luft zu fliegen.   

Versucht doch bitte auch etwas über die Situation der Christen in der kleinen Stadt Yabrud - nahe bei Damaskus - herauszufinden. Es scheint, dass sie gerade eine sehr schlimme Situation erleben, vermutlich weil sie Christen sind ..."