Trauriger Rekord: Mehr als 9 Millionen Vertriebene

18.03.2014 10:09

 

Flüchtlingskinder in unserem Internat für sozial benachteilige Kinder in Anjar (Libanon) - nahe der syrischen Grenze gelegen (inzwischen sind auch dort rund 1/3 der Kinder dort syrische Staatsbürger).

 

Wie das UNHCR mitteilt, wurden bis jetzt über 2,5 Millionen Syrer (2.563.434 Personen) offiziell in den Nachbarländern als Flüchtlinge registriert oder warten auf ihre Registrierung.

Allein im Libanon sind es fast eine Million (Zahl vom 10 März: 962.385) registrierte Flüchtlinge. Wenn sich der derzeitige Trend fortsetzt, könnten es bis Ende 2014 nach UNHCR-Angaben bis zu 1,6 Millionen sein. Mit 230 Flüchtlingen pro 1000 Libanesen gab es in den letzten Jahrzehnten keine vergleichbare Konzentration von Flüchtlingen in einem einzigen Land. Auf die deutsche Bevölkerungszahl übertragen, entspräche das einer Zahl von 19 Millionen Flüchtlingen in Deutschland (und etwa 73 Millionen bei Übertragung auf die USA).

51% der registrierten Flüchtlinge in den Nachbarländern sind unter 18 Jahre alt (0-4 Jahre: 18 %; 5-11 Jahre: 20%; 12-17 Jahre: 13 %).

In Syrien selbst sind es etwa 6,5 Millionen Menschen, die aus ihren Wohngebieten fliehen mussten (Inlandsflüchtlinge). So sind inzwischen etwa 40% der gesamt-syrischen Bevölkerung zu FLüchlingen geworden.

UN-Flüchtlingskommissar António Guterres sagte dazu: „Es ist untragbar, dass sich vor unseren Augen eine Katastrophe dieses Ausmaßes abspielt und kein Fortschritt, dieses Blutvergießen zu beenden, erzielt wird … Kein Aufwand sollte gescheut werden, um Frieden zu schaffen. Und kein Aufwand sollte gescheut werden, um das Leid jener Menschen, die völlig unschuldig in diesen Konflikt hineingeraten sind und aus ihrem Zuhause, ihren Gemeinden, ihrer Arbeit oder ihrer Schule gerissen wurden, zu lindern.“

Auch für Jordanien ist die Zahl der Flüchtlinge (Zahl vom 10. März: 584.600) zu einer großen Belastungsprobe geworden.

Guterres meinte dazu: „Man muss sich die erdrückenden sozialen und wirtschaftlichen Konsequenzen der Krise im Libanon und den anderen Ländern in der Region vor Augen halten … Diese Länder brauchen viel stärkere internationale Unterstützung als sie bisher erhalten haben, sowohl in finanzieller Hinsicht als auch Zusagen, syrische Flüchtlinge in anderen Teilen der Welt aufzunehmen und zu schützen.“

Auch in Europa ist die Zahl der Flüchtlinge aus Syrien angestiegen: Seit März 2011 wurden 56.000 Asylanträge gestellt, die meisten davon in Schweden und Deutschland. Verglichen mit den Nachbarstaaten Syriens ist das jedoch noch vergleichsweise wenig. Leider steigt auch die Zahl derjenigen, die versuchen auf „irregulären Wegen“ nach Europa zu kommen und dabei z.T. ihr Leben riskieren oder sich Schleppern anvertrauen.

2013 sind allein 700 Menschen bei dem Versuch gestorben, das Mittelmeer zu überqueren. 250 waren syrische Staatsbürger.

Das UNHCR ruft deshalb alle Staaten auf, Schutz suchenden Syrern Aufnahme zu gewähren und syrische Flüchtlinge nicht in die an Syrien grenzenden Länder zurückzuschicken.
 

Original-Artikel vom 14. März abrufbar unter:

http://www.unhcr.de/presse/nachrichten/artikel/9316aa66ff0877110e3741888522975a/traurige-bilanz-nach-3-jahren-syrien-krise.html

 

Anzahl der Flüchtlinge aus Syrien (UNHCR-Zahlen vom 17. März):

 

Libanon:          962.385

Jordanien:       584.600

Irak:                226.934

Türkei:            641.771

Ägypten:         135.140