Leben in einer Großstadt ohne Licht & Strom

10.12.2012 12:41

Bei uns ist jetzt wieder eine Nachricht direkt aus Aleppo eingetroffen:

 

Liebe Brüder und Schwestern,

vielen Dank für eure Gebete bezüglich dessen, was mei Sohn euch vor ein paar Tagen geschrieben hat. Wir haben eine schreckliche Woche hinter uns. Es war eine neue Erfahrung, in einer Stadt zu sein, die mehrere Tage ganz ohne Strom war. Das bedeutete: Keine Kommunikation, keine Computer, keine Lichter, keine Heizer und dazu noch die Angst vor Kämpfen, die jederzeit überall beginnen können oder die Gefahr von Kriminellen, die dich angreifen können in dieser Finsternis. Man sitzt die ganze lange Nacht da - ab 5 Uhr nachmittags bis zum nächsten Morgen - und das einzige, was man hören kann, sind die Granaten.

... Ihr könnt euch nicht vorstellen, wieviele Menschen wegen dieses Problems mit dem Strom voller Angst waren, weil eben alles mögliche passieren kann. Man fragt sich auch, warum hat man uns vom Strom abgeschnitten? Was wird das nächste sein, was man mit uns macht? Es gibt jetzt das Gerücht, dass die Oppositionsgruppen sich darauf vorbereiten, Brot und Fleisch-Lieferungen für die Stadt zu verhindern - vor allem für die Gebiete de Stadt, die nicht unter ihrer Kontrolle sind.

Die Preise sind diese Woche nochmal in die Höhe geschnellt und in jedem Geschäft, das man betritt, wird man den gleichen Rat hören: "Kaufe es jetzt, falls du es morgen noch kaufen kannst, wird es schon doppelt so teuer sein!" 

Vielen Dank euch allen!