Zurück in Aleppo - nur 2-3 Stunden Strom täglich - Vorbereitung auf ein seltsames Weihnachtsfest

18.12.2013 14:37

Schreiben eines unserer Brüder, der nach Aleppo zurückgekehrt ist:

 

"Liebe Freunde,

(dieses Schreiben war schon am letzten Sonntag fertig, konnte aber nicht geschickt werden wegen fehlendem Strom und Internetverbindung).

Gestern Abend bin ich endlich in Aleppo angekommen. Heute, am Sonntag, hatte ich die Möglichkeit, endlich wieder hier in der Gemeinde zu sein. Wie ich schon festgestellt habe: Im Moment gibt es wieder mehr Wasser, aber das große Problem ist der Strom. Wir haben etwa 2-3 Stunden Strom jeden Tag, aber niemand weiß, wann diese 2-3 Stunden jeweils sind ... Mit den Nahrungsmitteln geht es zur Zeit etwas besser.

In der letzten Wochen konnte ich Tartos und Latakia besuchen, zwei syrische Städte an der Küste. Dort läuft das Leben fast normal. Aber ihr größtes Problem dort sind die vielen Flüchtlinge.

Das gleiche habe ich in Wadi al-Nasara, einem rein christlichen Gebiet mit einigen Dutzend christlichen Dörfern, festgestellt. Viele der Dörfer haben zwei Probleme:

- Das erste ist das muslimische Dorf Qal'at al Houson (Krak des Chevaliers), das jetzt ein sehr gefährlicher Ort von Fundamentalisten geworden ist, und viele Dörfer haben Probleme mit ihnen. 

- Das zweite ist die große Zahl der Flüchtlinge und ihr unzähligen Bedürfnisse. Sehr traurige Geschichten ...! Ich werde versuchen, einige Decken dorthinzuschicken ...

In meinem früheren Schreiben erwähnte ich das Problem von Der Ateih, wo 26 Christen getötet wurden. Eine Dame, die die Stadt damas verlassen hat, teilte mir mit,dass die Opferzahl geringer sei. Ich habe versucht, eine andere Glaubenschwester anzurufen, die dort gelebt hat, nachdem sie ein Jahr vorher Homs verlassen hatte. Ich habe sie aber nicht erreicht. Ich hoffe, dass es ihr gut geht ...

Wir bereiten uns selbst vor auf das zweite seltsame Weihnachtsfest in unserem Leben vor.

Mit vielen Segenswüschen,

..."