CAPNI sendet Hilfe für assyrische Flüchtlinge vom Khabur

10.03.2015 09:28

Unsere assyrisch-christliche Partnerorganisation CAPNI konnte aus dem Nordirak bereits einen ersten LKW mit Hilfsgütern nach Hassake schicken. In die Provinzhauptstadt Hassake sind die meisten der Bewohner der christlichen Dörfer am Khabur-Fluss geflohen.


In einem bewegenden Schreiben, weist der assyrische Erzdiakon Emanuel Youkhana, Leiter unserer Partnerorgansation CAPNI, auf die Hintergründe des Schicksals dieser assyrischen Christen vom Khabur hin:


- Bis 1915 lebten diese assyrischen Christen in der Provinz Hakkari im osmanischen Reich (heutige Türkei). Dort wurden sie Opfer des Genozids (die Assyrer sprechen von "Seyfo"). Die Überlebenden ließen sich in der Nähe von Dohuk nieder, das damals im Vilajet Mosul lag, das dann Teil des Irak wurde (Aufnahme in den Völkerbund: 1932). 

- Ein Jahr später, am 6./7. August 1933, fand dort ein neues Massaker gegen die assyrischen Christen in Sumail (Semele bei Dohuk) statt. Das war der Anlass, warum die Überlebenden aus dem Irak flohen und sich am Khabur-Fluss in Syrien niederließen und dort ein neues Leben begannen.

- Heute nun, etwa 80 Jahre nach SEMELE und 100 Jahre nach dem SEYFO wurden diese assyrischen Christen wieder aus ihren Dörfern vertrieben (vom IS) und kämpfen um ihr Überleben.


Für die gleiche Gruppe von Menschen: Dreimal Massaker, Tod, Vertreibung in einem Jahrhundert!

Es ist genug mit der endlosen Verfolgung!


Gleichzeitig findet in Ninive und Nimrud eine Zerstörung der historischen Kulturdenkmäler der assyrischen Kultur statt; ihre Geschichte, ihre Erinnerung und Identität wird ausgelöscht.


Können wir Assyrer eine Zukunft haben - wenn wir keine Vergangenheit und keine Gegenwart haben?

Als kleine Minderheit geht es über unser Vermögen, diesen Dingen etwas entgegensetzen zu können.

Ist es nicht eine moralische Verpflichtung der internationalen zivilisierten Welt, etwas zu tun?

Kann sie das? Ja!

Wird sie es? Ich weiß es nicht!