Die Katastrophe geht weiter - die Hilfe auch

23.02.2015 10:35

Die Katastrophe geht weiter - die Hilfe auch

Immer wieder einmal werde ich gefragt: "Was gibt es Neuesaus Syrien?"  Manchmal gibt es konkrete Neuigkeiten, die ich dann weitergeben kann.

So, wie wir beispielsweise Ende Januar hörten, dass bewaffnete Milizen des "Islamischen Staates" in die christliche Ortschaft Tel Hormoz eindrangen. Tel Hormuz liegt nicht weit von der Nordost-Syrischen
Provinzhauptstadt Hassake und ist eines der rund 30 christlichen Dörfer, die es dort entlang des Chabur-Flusses gibt. Dort haben nun Islamistische Kämpfer auch die Wertgegenstände in der Kirche geplündert und erzwungen, dass alle Kreuze entfernt werden.

Manchmal ist es aber auch so, dass ich gar nicht viel Neues erzählen kann. Das bedeutet dann aber nicht, dass die Situation nun gut geworden wäre. Sondern es bedeutet, dass die Katastrophe einfach weitergeht. So
ist es z.B. in Aleppo, von wo uns einer der Brüder schreibt:

"Vielen Dank für die Grüße und Segenswünsche.

Mir darf es - durch Gottes Gnade - gut gehen. ER hat alles unter
Kontrolle. Wir sind sehr beschäftigt unser Zeitplan ist sehr eng - durch die
vielen Dienste, in denen wir stehen.

Die Situation ist sehr schlecht und deprimierend. Wir haben einen
kalten Winter. Kein Strom - nur einmal für 90 Minuten etwa alle 36-48 Stunden.
Das Wasser ist knapp. Viele haben keine Möglichkeit zu heizen. Man sitzt
einfach nur da, eingehüllt in Decken und man trägt mehrere Lagen Hosen oder
Pullover übereinander, um es irgendwie warm zu haben. Das Leben wird
unerträglich, nicht mehr auszuhalten.

Es gibt kaum Veränderungen - und wenn, dann zum Schlechteren. Hunderte
gehen weg - auch Aleppo wird zu gegebener Zeit von Christen entleert sein. Wir
versuchen es auszuhalten und mühen uns darum zu bleiben, zu helfen und Gottes
Wort zu sagen.

In der Gemeinde geht es gut. Es kommen viele neue Leute in die Gemeinde
und einige haben sogar zu unserem Herrn gefunden. Neben der diakonischen Arbeit
haben wir auch ein neues Jüngerschaftsprogramm gestartet. Das ist wunderbar,
nur ist die Last für uns einfach groß. Aber ER hat alles in seiner Hand."

Ende vergangenen Jahres konnten wir vom Hilfsbund an alle drei Gemeinden der Armenisch-Evangelischen Kirchenunion in Aleppo, mit denen wir in Kontakt stehen, jeweils einen größeren Betrag für die Hilfsarbeit
überweisen. Das Geld wird sowohl für die Grundversorgung Bedürftiger, für medizinische Hilfe, für christliche Schulen als auch für die Gemeindearbeit verwendet.

Wir wollen vom Hilfsbund aus diese Hilfe weiterführen und danken allen, die sich dabei mit ihren Gaben und Gebeten für unsere Geschwister in Syrien mit beteiligen!