Gegenwärtige Situation in Syrien - Bericht von Anfang Oktober

16.10.2014 15:36

Der Leiter der Armenische-Evangelischen Kirchen in Syrien ließ uns einen neuen Bericht über die "Gegenwärtige Situation in Syrien" von Anfang Oktober zukommen. Er nennt darin u.a. die hauptsächlichen Probleme der Leute und die Gründe dafür, warum für so viele in Syrien - und speziell in Aleppo - sich überlegen, auszuwandern:  

1. Angst vor den IS-Terroristen:

Mehrmals wurde schon das Gerücht verbreitet, dass die IS einen Angriff aus Aleppo plane

2. Mangelnde Versorgung mit Strom:

Man hat begonnen in Aleppo wieder so zu leben wie vor Jahrhunderten. Es muss auch ohne Strom gehen, weil dieser Luxus immer nur mal zwischen durch zu haben ist.

3. Fehlendes Wasser:

Wasser ist Leben - und sogar noch wichtiger als Lebensmittel. Menschen, Tiere, Pflanzen können ohne Wasser nicht existieren. Seit April 2014 funktioniert die normale Wasserversorgung nicht mehr.  

4. Armut:

Die Preise für Lebensmittel und Haushaltsartikel hat sich verdreifacht oder vervierfacht. Weil die Wirtschaft nicht mehr funktioniert haben nur noch die Wenigsten ein Einkommen. Die Familien haben sehr zu kämpfen, ihre Kinder mit Brot, Gemüse und Früchten, Milch und Eiern zu versorgen. Und kaum noch einer kann aus eigener Kraft das Schulgeld bezahlen.

5. Gesundheitsprobleme:

70 % des Personals aus dem Gesundheitssektor hat die Stadt schon verlassen. Einige Einrichtungen sind z.T. zudem zerstört.

6. Unsichere Situation:

Täglich gehen Granaten oder Raketen auf die Stadt nieder. Seit Juni 2014 gingen besonders viele auch in den Vierteln der Armenier nieder (Nor Kyugh und Suleimanieh). Viele Menschen sind traumatisiert.

Zum Schluss des Berichtes heißt es:

Die Quelle unserer Kraft sind nicht wir selbst: Es ist Gott selbst. Wir überleben unter diesem Druck hier nur, wenn wir nicht auf uns selbst vertrauen, sondern in dem wir auf ihn, Gott, unsere Blicke richten, "der uns tröstet in aller unserer Bedrängnis, damit auch wie die trösten können, die in irgendeiner Bedrängnis sind, mit dem Trost, mit dem wir selber von Gott getröstet werden." (2Kor 1,4).