IS dringt in christliche Dörfer am Khabur vor

24.02.2015 09:41

Gestern (Montag) in den frühen Morgenstunden hat der IS eine Offensive gegen die christlichen Dörfer am Khabur-Fluss gestartet. (Die über 30 assyrischen Dörfer liegen im Verwaltungsbereich von Hassake im Nord-Osten Syriens und entstanden nach dem Massaker von 1933 im Irak).

Auf einer breiten Front von Tel Hormizd bis Tel Shamiram drangen die Islamisten in die Dörfer vor, die diesseits des Flusses liegen (siehe Karte -> Khabour Map.pdf ).

Es wird vermutet, dass die IS in diesem Gebiet vorgedrungen ist, da sie hier nicht mit viel Widerstand rechnen musste.

Die meisten Familien aus den Dörfern konnten rechtzeitig fliehen - entweder in die Provinzhauptstade Hassake (rund 400 Familien) oder nach Qamishli (rund 200 Familien).

Allerdings liegen leider auch Berichte darüber vor, dass aus bestimmten Dörfern einer beträchtlichen Zahl von Christen die Flucht nicht gelungen ist und sie sich nun in der Gewalt des IS befinden. Auf dem Hintergrund der Brutalität des IS gilt ihnen zur Zeit die Hauptsorge.

Die Kirchen in den Ortschaften Tel Hormizd und Tel Shamiram wurden in Brand gesetzt. Aus weiteren Orten, die unter IS-Kontrolle kamen sind evenfalls Rauchsäulen zu sehen.

Die christlichen Dörfer jenseits des Khabur-Flusses profitierten davon, dass der Wasserstand im Fluss zur Zeit ein natürliches Hindernis für das weitere Vordringen des IS ist. 

Dadurch, dass nun kurdische Kampfeinheiten in das Gebiet beordert wurden und die syrische Luftwaffe begonnen hat, Angriffe fliegt, soll die Offensive des IS gestoppt und zurückgeschlagen werden.