"Manchmal verliere ich die Sprache und kann die wirkliche Situation gar nicht mehr beschreiben ..."

28.09.2012 09:20

Donnerstag, 27. September:

"Ich bin jetzt wieder in Aleppo. Während der letzten 8 Wochen hatten wir keinen Zugang zu unseren E-Mails, weil es keine Internetverbindung gab, auch keine funktionierenden Mobiltelefone, nicht einmal Festnetz. Aber jetzt sieht es so aus, dass es viel besser wird, allerdings nicht so gut, wie es früher war. So bin ich froh, dass mein E-Mail-Postfach nach 2 Monaten Ausfall, wo man nichts Empfangen oder Senden konnte, jetzt wieder funktioniert

Meine Frau und meine Kinder habe ich jetzt nicht mit hierher zurück gebracht, sie sollen einmal zur Ruhe kommen und sich erholen. Ich aber bin zurück bei meiner Arbeit und meiner Gemeinde, um meinem HERRN, meinem Land und mehr als 3000 bedürftigen Familien zu dienen.

Die Situation hier in Aleppo wird schlechter und manchmal unerträglich. … Die Rebellen und Terroristen greifen Krankenhäuser, Schulen, Medizinische Zentren und Bäckereien an.

Gerade in der vergangenen Nacht … wurde eine Bombe in ein stark bevölkertes christliches Gebiet in der Nähe des Hauses meiner Mutter geworfen und explodierte dort. Es gab dabei 6 Todesopfer (eine Mutter mit ihrem kleinen Kind und 4 erwachsene Männer) und 14 Personen wurden schwer verletzt, einige sind in sehr ernstem Zustand. .

Wow. Wer kann diese barbarischen Rebellen stoppen. Viele Kämpfer kommen von Pakistan, Afghanistan, Libyen, Ägypten, Sudan, Somalia, Türkei, einige sogar aus Großbritannien und aus Canada.

Ich möchte danken für das Geld … von euch, das ich am vergangenen Montag erhielt … es ist jetzt also hier in Aleppo, so dass wir es für die mehr als 3000 bedürftigen Familien (die meisten arabische und armenische Christen) verwenden können. … Wir versuchen den Familien entsprechend ihrer sozialen Bedürfnisse zu helfen: Witwen, Familien mit Kindern, Behinderte, Kranke, Ehemänner im Gefängnis, arme Familien, verwaiste Erwachsene und so weiter.

Die Situation hier ist manchmal unerträglich. Man kann nicht voraussagen was in 60 Minuten passieren wird. Wir leben in unberechenbaren Umständen. In den letzten 2-3 Monaten gibt es keine Arbeit und keine Jobs. Viele Betriebe sind geschlossen worden ...  Mehr als 240.000 bis 250.000 Personen in Aleppo hatten von diesen Arbeitsstellen gelebt. Auch die vielen Goldschmiede-Betriebe sind aus Sicherheitsgründen geschlossen worden.

An vielen Orten gibt es kein Wasser oder Strom. Die Nahrungsmittel sind sehr teuer geworden. Manchmal ist es das 3-4fache des normalen Preises. Der Grad der Sicherheit  ist inzwischen sehr niedrig. Keine Polizeistationen arbeiten mehr.  Die meisten Regierungsbüros wurden so angegriffen, dass die meisten Leute keine Pässe bekommen können, um auszureisen.

Die christliche Bevölkerung wird von der syrischen Armee geschützt, aber die Rebellen schicken ihre Raketen und Bomben, die unsere Häuser und Gebäude treffen.  

Was soll ich noch sagen … Manchmal verliere ich die Sprache und kann mit meinen Worten die wirkliche Situation gar nicht mehr beschreiben. Aber ich bin sicher, dass wir in SEINER Hand sind.

… Meine herzlichsten Grüße schicke ich an … alle Mitglieder eures Vorstandes. Bitte steht weiter vor SEINEM Thron für uns ein. Lass uns in Kontakt bleiben. In der Gnade des HERRN …"