Mord an 3 assyrischen Christen

13.10.2015 09:43

Dschihadisten veröffentlichen Video über die Hinrichtung assyrischer Geiseln


Hassakè (Fides) - Drei assyrische Christen aus dem Khabur-Tal, die sich in den Händen des Islamischen Staates (IS) befanden, wurden von ihren Entführern hingerichtet. Dies zeigt ein Video von der Hinrichtung, das auf dschihadistischen Internetseiten veröffentlicht wurde. Der Film zeigt, ähnlich wie bereits in der Vergangenheit veröffentlichte Videos Bilder von den drei Christen, die auf dem Boden knien und orange Anzüge tragen in eiern Wüstenregion wie sie mit einem Schuss in den Nacken von vermummten Kämpfern ermordet werden. Alle drei Christen mussten vor ihrer Hinrichtung ihren Namen sagen: es handelt sich um Audisho Enwiya und Assur Abraham aus dem Dorf Tel Dschadsira und Basam Michael aus dem Dorf Tel Schamiram. Nach der Hinrichtung endet das Video mit Bildern davon, wie drei weiteren Christen in orangen Anzügen vor den Toten knien. Auch sie nennen ihren Namen und das Dorf ihrer Herkunft und einer von ihnen fügt hinzu: "uns wird es gleich ergehen, wenn die korrekte Prozedur für unsere Freilassung nicht befolgt wird". Wie die Urheber des Videos betonten, fand die Hinrichtung bereits am 23. September, dem Opferfest (Eid al-Adha) der Muslime statt. Die drei Opfer und die drei noch lebenden Christen, die im Video zu sehen sind gehören der Gruppe von rund 230 assyrischen Christen an, die Kämpfer des IS Ende Februar aus den christlichen Dörfern des Khabur-Tals entführt hatten. Wahrscheinlich halten sie sich in der Umgebung von al-Shaddadi, einer IS-Hochburg rund 60 Kilometer von Hassakè entfernt auf. Die Botschaft des Videos ist unmissverständlich: bisher wurde das verlangte Lösegeld für die Freilassung nicht bezahlt, und so lange dies nicht geschieht, werden die Hinrichtungen fortgesetzt werden. In der Zeit nach der kollektiven Entführung hatten die Dschihadisten 100.000 Dollar Lösegeld für jeden einzelnen Christen gefordert. Nachdem erklärt wurde, dass diese Summe nicht bezahlt werden kann wurden die Verhandlungen unterbrochen. Vor rund einem Monat hatte der syrisch katholische Erzbischof Jacques Behnan Hindo im Gespräch mit Fides erklärt, dass die Möglichkeit neuer Verhandlungen über eine geringere Summe besteht. Diese Hoffnung wird jedoch von dem jetzt veröffentlichten Video zunichte gemacht. (GV) (Fides 8/9/2015).

Text zitiert nach: AKREF-Nachrichten vom 09.10.2015