Rat aller evangelisch/protestantischen Denominationen in Syrien und Libanon ruft Notstand aus - Appell an die Kirchen weltweit

02.09.2014 11:23

Angesichts der katastrophalen Lage in Syrien, der zunehmenden Gewalt im Libanon und den Konflikten im Irak und darüber hinaus, hat sich der Rat aller evangelisch/protestantischen Denominationen in Syrien und Libanon mit einem Appell an die Gemeinschaft der evangelischen und protestantischen Kirchen weltweit gewandt. In dem Appell vom 29. August rufen die Verantwortungsträger der Gemeinden in Syrien und Libanon wegen der existetiell bedrohlichen Lage für alle Minderheiten den Notstand aus. Im Appell heißt es: 

"Für uns ist das ein Moment, der mit Furcht und Schrecken erfüllt ist. Deshalb gehen wir den Schritt, den Notstand auszurufen, um wenigstens das, was von der christlichen - und der moderat islamischen - Präsenz hier im Orient noch übrig ist, zu erhalten, und den vollständigen Untergang zu verhindern."

Alle Partner und evangelisch/protestantischen Kirchen weltweit werden aufgerufen, so rasch wie möglich zu handeln. Als Schritte werden empfohlen:

1. Regierungen und Entscheidungsträger dazu zu drängen, alles in ihrer Macht stehende zu tun, um die Situation zu stoppen, insbesondere auch Druck auszuüben gegenüber den Mächten, die noch immer Waffen an die Radikalen liefern.

2. Mit an einer umfassenden Strategie zu arbeiten, die die Präsenz der christlichen und moderaten Kräfte erhält (wozu auch Ausbildung zu einer Kultur von Liebe, Frieden und Menschenrechten gehört). 

3. Humanitäre Hilfe für Opfer der Gewalt wird dringend benötigt: Essen und Wasserversorgung, sowie medizinische und andere Hilfe

"Die Liebe Gottes, fleischgeworden am Kreuz, ruft in uns tiefe Betroffenheit hervor und führt uns ins Gebet. Es ist die gleiche Liebe, die uns dazu drängt, diesen Appell zu schicken, und für die zu arbeiten, die gefoltert, gekidnappt und heimatlos gemacht wurden, wie auch für die Familien derer, die getötet oder ermordet wurden in diesen absurden Kriegen in Irak, Syrien, Libanon und anderen Ländern der Region. Wir müssen zusammenarbeiten, um die Wunden zu heilen und um zu erhalten, was von der christlichen Gemeinschaft in diesen Ländern noch übrig ist. Ferner müssen wir auch an der Stärkung eines tragfähigen gemeinsamen Zusammenlebens mit unseren muslimischen Brüdern und Schwestern arbeiten." 

Die Vertreter der Kirchen und Gemeinden im Nahen Osten hoffen, dass die weltweite Gemeinschaft handelt, bevor es zu spät ist.   


Das vollständige Dokument im englischen Original:  Urgent Appeal from Lebanon.pdf