Schlimmer als man es beschreiben kann .... (Mail aus Aleppo)

01.03.2016 00:00

Einer unserer Partner aus Aleppo schrieb uns am Do., 25. Februar 2016 ein Mail. (Im Folgenden frei übersetzt und gekürzt):

 

Lieber ..., liebe Gebetspartner,        

ich bin meinem Herrn wirklich sehr dankbar, dass ich an meiner Seite eine solche Gruppe von Gläubigen – von Heiligen – haben darf, die mit mir für die gleiche Sache kämpfen.

Was für eine Ermutigung ist es für mich und die Leute in der Gemeinde hier, solche Beter an unserer Seite zu wissen, die zwar äußerlich so weit weg sind, aber doch ganz nah bei unserem Herrn, wie auch wir.

Wie du weißt, ist die Lage hier schlimmer als man es beschreiben kann. Gleichzeitig aber müssten wir auch beschreiben, wie unser Herr immer wieder helfend eingreift und uns alle immer wieder beschützt. Er verherrlicht sich wirklich in unserer Mitte.

Unsere Gemeinde tut immer noch ihren Dienst inmitten dieses Chaos als Zeugnis für unser Land. Keiner von uns kann voraussagen, was passieren wird, aber als Gläubige vertrauen wir uns einfach SEINER guten Hand an.

Stell dir vor: Jetzt sind es schon wieder 8 Monate ohne Strom, keinerlei zentrale Wasserversorgung seit 6 Wochen, seit langem auch kein Öl mehr zum Heizen und so könnte ich fortfahren: kein … kein … kein … Etwas anderes gibt es aber immer mehr: Viele Granaten, Raketen, Tote, Verletzte, Diebstahl, Korruption und die Ausbeutung der Ärmsten und Verwundbaren …

Immer noch gehen Familien hier weg, und noch mehr andere Familien kommen neu zu uns, um sich als Verarmte jetzt für die Hilfsleistungen und Lebensmittelhilfe registrieren zu lassen.  …

Gemeinsam mit den anderen christlichen Gemeinden helfen wir ihnen: ...

Wir tun das zu seiner Ehre und weil wir möchten, dass sein Licht inmitten dieser Finsternis unserer Stadt leuchtet.

Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie sehr dieses Licht hier wahrgenommen wird und wie segensreich dieser Dienst, den wir tun dürfen, für uns alle ist.

(Die Gottesdienste in unserer Gemeinde sind nach wie vor gut besucht, auch wenn wir manchmal eine Veranstaltung wegen des Beschusses kurzfristig absagen müssen. Immer wieder kommen auch neue Leute zu uns, die den christlichen Glauben noch nicht kennen, aber auf der Suche sind. Und mancher öffnet sein Herz für Jesus Christus. Es ist eine solche Freude zu sehen, wie diese neuen Christen „der ersten Generation“ in unserer Gemeinde ihre Heimat und im Glauben wachsen).

Manchmal wenn ich auf meine Knie gehe, wundere ich mich, wie diese ganze Arbeit hier geschehen kann – und der Herr macht mir dann deutlich, dass es sein Geist ist, der unser Freund ist und uns Kraft gibt, uns leitet und unterweist, und die Weisheit gibt, wie wir all dies hier managen können.

Wir leben für ihn und brauchen ihn so sehr, um zu verstehen, was zu tun ist. Aber er gebraucht uns sogar mehr als wirs verstehen.

Lob sei dem Herrn, das er uns als seine Werkzeuge gebraucht. Ihm sei Ehre.

Letzte Woche wurde die Verbindungs- und Versorgungsstraße zu uns nach Aleppo abgeschnitten. Ich weiß deshalb nicht – wann ich wieder aus Aleppo herauskann. Ich hoffe aber sehr, dass wir uns in absehbarer Zeit wieder sehen können und den Segen, den Er schenkt, miteinander teilen können.

Seine Gnade sei mit euch allen.

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